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Illustration von Andrea Ucini.
Illustration von Andrea Ucini.Alexei Levene Drei, Jean-Louis Chaussade und Charles Fishman, drei Experten erörtern, ob Wasser eines Tages teurer wird als der Kraftstoff für den Motor der Welt.

Angesichts der in diesem Jahr stark anziehenden Ölpreise scheint es eine gewagte These, dass Wasser eines Tages möglicherweise teurer sein wird als Öl.

Und doch argumentiert Jean-Louis Chaussade, CEO des französischen Versorgungsunternehmens Suez, das in den Bereichen Energie und Wasser tätig ist, dass Wasserknappheit heute eine der dringlichsten Herausforderungen für viele Branchen ist.

Daher fragten wir die Experten: Könnte Wasser eines Tages mehr kosten als Öl?

Ja, die These stimmt.

Alexei Levene, Mitgründer des Start-ups Desolenator, das saubere Energien zum Entsalzen von Wasser einsetzt, argumentiert:

„Das weltweit wertvollste Wasser ist das Wasser, das wir konsumieren; das wir trinken und zum Kochen verwenden – also Trinkwasser. In Großbritannien kostet ein Liter Benzin heute rund 1,29 Pfund Sterling. Eine Flasche Wasser von einem der großen Markenunternehmen kann schon mal das Dreifache kosten.“

„Das Wasser, das wir trinken, wird in Zukunft nicht günstiger. Unsere einhundert Jahre alte Wasserinfrastruktur altert rapide, und die damit verbundenen Probleme werden nur schlimmer. Die Tage, an dem Trinkwasser wie selbstverständlich durch unsere Wasserhähne strömt, sind gezählt.“

„Weltweit haben etwa 2,1 Milliarden Menschen keinen direkten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und hierbei handelt es sich keineswegs nur um ein Problem der Entwicklungsländer. In nahezu allen Ländern herrscht Wasserstress – angefangen bei Wasserknappheit im Südwesten Amerikas bis hin zu extremen Dürren in Australien. In Indonesien fällt jedes Jahr bis zu drei Meter Regen, doch der Zugang zu unbedenklichem Trinkwasser ist äußerst begrenzt.“

„Wenn wir uns nicht gemeinsam darum bemühen, Antworten auf die Wasserverknappung zu finden, werden wir in den nächsten zehn Jahren weltweit große Versorgungsprobleme bekommen. Und das gilt nicht nur für Trinkwasser – auch unsere Industrien werden davon betroffen sein.“

Quelle: fundresearch.de 》